Vor dem Letzten Renntag der Ruderbundesliga Saison 2026 in Heidelberg war die Lage im Tabellenmittelfeld eng. Der ursprünglich große Vorsprung auf die Ruhrpiraten Essen schrumpfte im Laufe der Saison auf einen einzigen Punkt. Gleichzeitig fehlten dem Bochum/Witten-Achter nur zwei Punkte auf den Tabellenachten aus Mainz. Es war also klar, dass an diesem Tag alles stimmen musste, um die Saison gebührend abzuschließen. Doch nach Rang 10 beim letzten Renntag in Essen musste dafür eine klare Leistungssteigerung her.

Im Zeitfahren ging es gegen den späteren Tagessieger, den Germaniaachter aus Frankfurt. Unbeeindruckt vom allseits gefürchteten Start der Frankfurter legte der Bochum/Witten-Achter mutig los und ließ den Gegner bis zum Ziel nicht weit vor. Dieser starke Auftritt wurde mit der sechstschnellsten Zeit belohnt. Damit stand fest, dass im Achtelfinale die vorzeitige Entscheidung im Derby gegen die Nachbarn aus Essen fallen sollte. Keine leichte Situation, denn eine Niederlage bedeutete gleichzeitig Tabellenplatz 10 – eine niederschmetternde Aussicht.

Doch dem ganzen Druck zum Trotz zeigte der Bochum/Witten-Achter eines der besten Rennen der Saison und setzte sich klar durch. Gleichzeitig verpasste Mainz den Sprung in die obere Hälfte, so dass sich die Tabellensituation nun immer mehr zu Gunsten von Bochum/Witten drehte.

Im Viertelfinale wartete mit Magdeburg ein physisch extrem starker Gegner. Die Vize-Champions des letzten Jahres gehören auf dem Ergometer zur absoluten Ligaspitze. Dieses Jahr hatten sie immer wieder zu kämpfen, doch zeigten sich beim letzten Renntag mit dem Gewinn der Silbermedaille in guter Verfassung. Um den Traum von der Top 4 also endlich in Erfüllung gehen zu lassen musste ein kleines Wunder her.

Als nach einer langen Wartezeit die Ampel endlich auf Grün sprang, preschte der Bochum/Witten-Achter vor und fuhr ein Rennen, wie er es nie zuvor gefahren war. Seite an Seite mit den Magdeburgern flog das Boot geradezu über den Neckar und konnte sich nach einem super Start eine hauchdünne Führung erarbeiten. Doch die Magdeburger konterten und über die Streckenmitte wusste niemand, welcher Bugball vorne war. Mit einem frühen waghalsigen Endspurt wuchsen die Athleten des Bochum/Witten-Achters über sich hinaus und ließen alles, was sie hatten auf der Strecke. Als die Zielhupe ertönte wusste immer noch niemand wer vorne lag.

Dann kam die Durchsage der Kommentatorin: Mit 0,04 Sekunden Vorsprung hatte es der Bochum/Witten-Achter tatsächlich geschafft und das Ticket für die Top 4 gelöst. Die fassungslosen Sportler lagen sich in den Armen und kamen aus dem Jubeln garnicht mehr heraus. Die harte Arbeit zahlte sich endlich aus!

Im Halbfinale warteten die bis dahin noch ungeschlagenen Hamburger. Trotz einer guten ersten Streckenhälfte reichte es diesmal nicht ganz zur Sensation und man musste die frisch gebackenen Ligachampions ziehen lassen.

Die Ligachampions des letzten Jahres warteten dann noch im Finale um Bronze. Das Sprintteam Mühlheim, das die gesamten letzten Jahre dominierte, musste seine ganze Klasse zeigen, denn der Bochum/Witten-Achter machte es ihnen richtig schwer. Über die gesamte Strecke war es ein spannendes Kopf an Kopf Rennen und schon wieder war die Sensation zum greifen nahe. Doch leider reichte es am Ende nicht ganz und Mühlheim behielt die Oberhand.

Das schmälerte die Feierlaune aber keineswegs, denn in der Ruderbundesliga wird auch der vierte Platz geehrt. Unter großem Beifall erhielt die Mannschaft bei der Siegerehrung die goldene Ananas und feierte bis tief in die Nacht.

Damit schließt der Bochum/Witten Achter die Saison auf Rang 8 ab. Nun stehen noch die Landesmeisterschaften sowie die Deutschen Sprintmeisterschaften an, bevor es dann in die Winterpause geht.

Fotos: Mareike Stölzner/Ruderbundeliga: