Die neue Saison der Ruderbundesliga machte ihre erste Station in Berlin-Neukölln. Mit 13 Teams ist die Männerliga ähnlich groß wie im letzten Jahr, allerdings hat die Qualität der Mannschaften noch einmal zugenommen. Neu in der Liga sind Teams aus Hamburg und vom Neckar, während Kassel, Rhein-Erft und Leipzig die Liga verlassen haben. Zusätzlich zu den Ligateams tritt an jedem Renntag eine lokale Mannschaft an, um sich über die 350 Meter lange Strecke zu beweisen.
Im Zeitfahren startete der Bochum/Witten-Achter gegen Hamburg, die sich bei ihrer Rückkehr in die Liga direkt den Tagessieg sichern konnten. Trotz der Niederlage gegen den starken Gegner reichte es für die siebtschnellste Zeit – ein guter Start in die neue Saison. Besonders bezahlt machte sich die technische Sauberkeit bei den anspruchsvollen Bedingungen, mit denen einige andere Teams zu kämpfen hatten.
Im Achtelfinale ging es gegen den Zeitfahr-Achten aus Hannover. Nachdem beide Teams einen guten Start erwischt hatten, konnte sich der Bochum/Witten-Achter über die Strecke hinweg immer weiter nach vorne schieben und schließlich das Ticket für die obere Tabellenhälfte lösen. Damit war bereits das Mindestziel aus der vergangenen Saison erreicht. Mit Blick auf das stärker besetzte Feld waren alle erleichtert, an die Ergebnisse des Vorjahres anknüpfen zu können.
Im Viertelfinale wartete der Osnabrück-Achter im Kampf um die Top 4. Trotz einer spannenden ersten Streckenhälfte konnten die Favoriten ihren Bugball letztlich nach vorne schieben und das Rennen für sich entscheiden.
Damit hieß der Gegner im Halbfinale Minden. Fest entschlossen, endlich in die Top 6 zu fahren, legte der Bochum/Witten-Achter mutig los und lieferte sich mit den erfahrenen Mindenern einen spannenden Bord-an-Bord-Kampf, der das Berliner Publikum zum Kochen brachte. Bis zur Ziellinie wusste keiner der Ruderer, welches Boot vorne lag, und beide Crews kämpften um jeden Zentimeter. Am Ende setzten sich die Mindener mit einem Vorsprung von lediglich 0,14 Sekunden durch. Trotz aller Enttäuschung sorgte das stark gefahrene Rennen für ordentlich Rückenwind und zeigte einmal mehr, wie nah der Bochum/Witten-Achter inzwischen an den Topteams dran ist.
Für das Finale waren dann noch einmal starke Nerven gefragt, denn der Gegner war niemand anderes als der Lokalrivale aus Essen. Noch vor Kurzem hatten auf dem Essener Baldeneysee Testrennen zwischen den beiden Teams stattgefunden. Das Ergebnis lautete damals etwas überraschend 3:3. Zuvor war man gegen die Essener Ruhrpiraten noch ungeschlagen gewesen. Allen war daher klar, dass man den Gegner keinesfalls unterschätzen durfte.
Schon am Start machte der Bochum/Witten-Achter deutlich, wer in diesem Derby das Sagen hat, und ging direkt in Führung. Trotz aller Angriffe der Essener marschierte das Team unaufhaltsam weiter und sicherte sich mit einem komfortablen Vorsprung den Derbysieg. Damit endet der erste Renntag auf Platz 7, was sowohl Trainer als auch Athleten sehr zufrieden stimmt.
Nächster Halt sind die Großbootmeisterschaften über 1.000 Meter, gefolgt vom Ruhrsprint, bevor es in sechs Wochen in Hannover mit der Ruderbundesliga weitergeht. Im Rahmen des Events „Die Finals“ wird dort auch der Deutschland-Achter zu Gast sein und sich den Herausforderern im Sprint stellen.